Weber Moonraker im Test

Schluss mit verbogenen Nadeln: MoonSpring-Update für den Weber Moonraker

Der Weber Moonraker gehört seit einiger Zeit fest zu meiner Puckvorbereitung. Auch wenn ich überwiegend auf den Blind Shaker setze, wende ich WDT bei anderen Mühlen durchaus an. Kaum ein WDT-Werkzeug verteilt das Mahlgut so elegant wie der Moonraker: ein paar Umdrehungen, und das Kaffeebett ist bereit zum Tampen. Eine Schwachstelle hatte der Moonraker im Alltag aber und das sind die Nadeln. Ein unachtsamer Moment beim Reinigen, ein leichter Stoß und schon war wieder eine verbogen. Mir ist das leider immer wieder mal passiert und so eine feine Nadel wieder richtig gerade zu biegen, ist nahezu unmöglich.

Genau hier setzt Weber mit einem Update an. Die neuen MoonSpring Alloy Nadeln bestehen aus einer besonders elastischen Legierung, die sich bei Belastung biegt und anschließend wieder in ihre Form zurückfedert.

WDT als Teil des Workflows – was ist das?

WDT steht für Weiss Distribution Technique, benannt nach John Weiss, der die Methode Mitte der 2000er-Jahre bekannt gemacht hat. Dabei wird das Mahlgut im Siebträger mit feinen Nadeln durchgerührt, um Klumpen aufzulösen und den Kaffee gleichmäßig im Sieb zu verteilen. Das Ziel ist eine homogene Dichte im Puck, damit das Wasser gleichmäßig durchfließt und kein Channeling entsteht. Was früher mit einer Büroklammer oder Akupunkturnadeln in einem Korken begann, ist heute ein eigenes Zubehörsegment, und Blind Shaker wie Magic Tumbler setzen genau hier an.

Moonraker und Moonspring Alloy Nadeln im Test

Der Moonraker in Kürze: WDT mit Uhrwerk-Präzision

Der Moonraker ist ein runder Spirograf mit Zahnrädern und Nadeln an der Unterseite. Die Nadeln werden ins Kaffeemehl eingesetzt. Der Moonraker sitzt genau passend auf dem Siebträger. Jetzt kann man oben mit einer Hand drehen. Die Zahnräder rotieren und bewegen die Nadeln durch das Kaffeepulver. Der Moonraker führt spirografische Bewegungen aus, sodass durch das Drehen an der Oberseite die Nadeln immer wieder verschiedene Wege durch das Kaffeepulver zurücklegen. Das Ergebnis ist ein homogenes Mahlgut zur Vorbereitung auf den Espressobezug.

Bei herkömmlichen WDT-Werkzeugen laufen die Nadeln immer auf derselben Kreisbahn. Jede weitere Umdrehung zieht also nur dieselben Rillen nach und verdichtet den Kaffee dort sogar. Beim Moonraker verschiebt sich die Bahn der Nadeln mit jeder Runde, sodass das Mahlgut immer weiter durchmischt wird. Nach Webers Tests reichen bereits zwei Umdrehungen für ein sauber vorbereitetes Kaffeebett.

Weber Workshops Moonraker im Test

Damit sowohl tiefe als auch oberflächennahe Klumpen erfasst werden, arbeitet der Moonraker mit Nadeln in zwei Stärken und zwei unterschiedlichen Höhen. Die längeren lockern das Bett in der Tiefe auf, die kürzeren glätten die Oberfläche für eine ebene, tamperfertige Fläche. Gehalten werden die Nadeln von Neodym-Magneten, wodurch sie sich in Sekunden herausziehen und austauschen lassen. Das ist ein Detail, das beim Nadel-Update noch wichtig wird.

Die MoonSpring Alloy Nadeln: Was ist neu?

Der entscheidende Unterschied liegt im Material. Die Original-Nadeln des Moonraker bestehen aus Edelstahl 316 mit Kupferfedern. Das ist hochwertig, aber Edelstahl in dieser Stärke hat eine Eigenschaft, die im Alltag stört: Einmal verbogen, bleibt er verbogen. Die MoonSpring-Nadeln dagegen sind aus einer besonders widerstandsfähigen Legierung gefertigt, die sich nur schwer dauerhaft verbiegen lässt. Unter Belastung geben sie nach und federn anschließend wieder in ihre ursprüngliche Form zurück. Ein versehentliches Einklemmen, Anstoßen oder Herunterfallen führt dadurch deutlich seltener zu einer krummen Nadel.

Moonraker und Moonspring Alloy Nadeln im Test

Welche Legierung genau verwendet wird, verrät Weber nicht. Für die Praxis zählt ohnehin vor allem das Verhalten. Die Nadeln sind elastisch statt plastisch verformbar, und genau das war beim Original die Schwachstelle. An der Funktion des Moonraker ändert sich nichts. Die MoonSpring-Nadeln sind als direkter Ersatz für die Original-Nadeln gedacht. Umbauten am Gerät sind also nicht nötig, die Nadeln werden wie gewohnt über die Magnethalterung eingesetzt. Mit den langen Nadeln lässt sich die Bestückung wie beim Original an Siebe abweichender Größe anpassen.

Umrüstung und erster Eindruck

Die Umrüstung ist schnell erledigt. Da die Nadeln im Moonraker von Neodym-Magneten gehalten werden, lassen sie sich einfach herausziehen. Eine feine Pinzette hilft dabei, ist aber nicht zwingend nötig. Ich habe die Nadeln einzeln getauscht, also immer eine alte heraus und eine neue in derselben Länge hinein. So bleibt die Anordnung aus langen und kurzen Nadeln erhalten, auf die der Moonraker abgestimmt ist. Und man muss sich nicht merken, welche Position welche Länge braucht. Insgesamt hat der Tausch nur wenige Minuten gedauert. Anpassen musste ich die Länge der Nadeln nicht, es war jeweils die passende Länge zu den Vorgängern vorhanden. Lediglich ein paar Montagehülsen musste ich tauschen, da der Durchmesser nicht passte.

Moonraker und Moonspring Alloy Nadeln im Test

Im Betrieb merkt man keinen Unterschied, und genau so soll es sein. Der Moonraker läuft wie gewohnt leichtgängig, die Spirograph-Bewegung arbeitet unverändert, und das Kaffeebett ist nach zwei bis drei Umdrehungen gleichmäßig aufgelockert und eben.

Der eigentliche Gewinn zeigt sich erst, wenn etwas schiefgeht. Und bislang habe ich noch keine verbogene Nadel. Und egal wie vorsichtig man ist, irgendwann bleibt man doch mal hängen oder setzt den Moonraker falsch auf. Von daher hat sich der Wechsel der Nadeln bislang für mich gelohnt.

Mein Fazit zu den MoonSpring Alloy Nadeln

Die MoonSpring Alloy Nadeln sind kein Update, das den Moonraker besser verteilen lässt. Die Nadeln machen den Moonraker robuster. Für Neukäufer ist das Thema erledigt, weil die Nadeln inzwischen ab Werk beiliegen. Für alle, die schon einen Moonraker besitzen, ist das Set eine sinnvolle und günstige Nachrüstung.

Details gibt es direkt bei Weber Workshops: https://weberworkshops.com/products/moonspring-alloy-needles